Montag, 8. Februar 2010

Vom Orient zum Okzident




(Bilder: style.com und mbfw)


Osman erschien im 13 Jahrhundert die Mondsichel im Traum als ein gutes Omen. Darauf folgte seine Herrschaft über das mächtige osmanische Reich. Ob Armani und Hausach Couture eine ähnliche Vision hatten? Oder sie sich herbeiwünschen? „Mögen unsere Umsätze unter einem guten Stern stehen“ oder wie? Vielleicht auch einfach, weil es so ein schön simples Symbol ist. Zwei Striche und von Taskent bis Reykjavik weiß man bescheid und hat eine angenehme Assoziation parat.

Hausach kombinieren Ihr Kopf-„Gestirn“ mit kitschigen (Perser-?)Katzenköpfen. Eher was für Kinder-Brotdosen oder die XXL Sweater der merkwürdigen Nachbarin meiner Meinung nach. Die Sichel auf dem Kopf erinnert mich an Tavis „Schleifengate“ (s.unten). Da werden Türrahmen und Hinten-Sitzende schnell zu hartnäckigen Erzeinden. Dann auch noch alles in Einheits-Schwarz - gähn. Ein bisschen dröge. Armani hat das Sichelthema im Vergleich wirklich sehr viel ansprechender und vielfältiger umgesetzt.


(Flaggen: wikipedia.de / Kätzchen: Persertraum)

Sonntag, 7. Februar 2010

Das Leben wie es sein sollte



Und das ist die bitterkalte Realität:
(Man ersetze Dublin durch Hamburg und den Herrn im schwarzen Mantel durch einen wild gestikulierenden Blondschopf)

Donnerstag, 4. Februar 2010

Man sollte entweder ein Kunstwerk sein oder ein Kunstwerk tragen

Schrieb Oscar Wilde, und meine Wenigkeit schließt sich an. Kunst ist komplex . Genauso wie die Oberstübchen derjenigen Genies, die uns Saison für Saison mit ihren inspirierenden Meisterwerken begeistern, erstaunen, enttäuschen - oder auch gerne mal verblüffen. Ein großes Fragezeichen prangte auf meiner Stirn, nachdem ich mich durch die Spring/Summer 2010 Haute Couture Kollektion von Riccardo Tisci für Givenchy geklickt hatte.

Tadellos geschnitte Tuxedos, üppig drappierte Organza-Roben, Wogen aus Chiffon und funkelnde Disco Einteiler haben den hohen Erwartungen an das Modehaus entsprochen. Riccardo Tisci ist jetzt seit 5 Jahren dabei und konnte mit seiner Couture Kollektion wirklich überzeugen. Ihm ist es gelungen, dem classy französischen Image von Givenchy einen Hauch 70s Exzentrik beizumischen. Das Konzept geht auf. Lady Gaga hat ihr nächstes Bühnenoutfit sicher. Alles super - wenn wir nun an dieser Stelle den Punkt setzen könnten. Aber was ist ein begnadeter Designer, wenn er nicht auch mal versucht das Rad neu zu erfinden. Hätte auch fast geklappt, wenn ihm nicht das Amöblemang diverser gutbürgerlicher Wohnstuben schon einige Jahre zuvor gekommen wäre.

Lieber Herr Tisci, ich danke recht herzlich, dass sie mich zwischen all dem Tiefsinn, mit welchem eine geweihte Modefachwelt an die Kollektionsbeurteilung herangeht, wieder an eine sehr wichtige Tatsache erinnert haben: Fashion is Fun.


Kristy Kaurova und Jac präsentieren Must-Have Outfits
für die Upper-Class Stehparties der kommenden Saison.





Knapp bei Kasse? Keine Problem. Hier das Recession-Model.



Hanne Gaby Odiele im Studio 54 Look, der couturedurstige
Popsternchen schon unruhig auf den Stühlen hin- und herrutschen lässt.
Wer reißt sich das Teil als erstes unter den Nagel?


Gerade dem Glitzerensemble entstiegen, gab es für Gaby beim Shooting für die koreanische Numéro schon gleich einen Moment of cold turkey:


Hanne Gaby Odiele wundert sich
beim Shooting für Numéro Korea

Dienstag, 2. Februar 2010

Eine Butterstulle für die Dame mit dem aschfahlen Gesicht

Also das High-Fashion Models gewisse, teils übermenschliche Maße haben sehe ich ja ein. Darum sind sie ja auch Models. Mit 16/17 kam ich auch relativ schlacksig daher und das hatte nichts mit Ess-Störung zu tun. Manche Frauen bleiben dann eben auch Jahre später das ewige Rehbeinchen. Ich will in diesem ausgenudelten Thema auch eigentlich gar nicht lange rumrühren. (ein Schelm wer hier an ein Wortspiel denkt)

Aber es muss. Was ich heute in der kommenden Februar Ausgabe der Numero sah hat mich eher an einen dringenden Spendenaufruf von Brot für die Welt, als an ein Fashion Editorial erinnert. Das hier ist ein klarer Fall für die WHO.




Anna Selezneva in Numéro #110 by Peter Lindberg

Anna Selezneva sieht aus wie der Sensenmann ohne Kutte. Das ist abnormal. Ich verstehe nicht, wie ein so großes, renommiertes Magazin und überdies auch noch einer der weltbesten Fotografen, Peter Lindbergh, so ein Shooting machen können. Wenn man in Betracht zieht, dass Fotos eher eins -zwei Kilo dazumogeln, dann können wir uns ja ausrechnen, wie es um die Gute bestellt ist. Ich denke ja nicht, dass sie sie zum Skelett gephotoshoppt haben.

Es ist wirklich ein leidiges Thema. Ich schüttel den Kopf und beiße dankbar in mein Käsebrot.



Naja.